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Samstag, 28. Januar 2012, 12:13

Allgemein - Anleitung zum Radlagerwechsel vorn

Hallo zusammen,

so, nachdem in der vergangenen Woche der Kühler gewechselt wurde, wartet der Audi bereits mit dem nächsten Problem auf: Vorn ist ein Radlager defekt.
ich bin mir alles andere als sicher, ob ich dies selber wechsle, andererseits sind die lager selbst im Zubehör z.T. günstig. Mich würde grundsätzlich interessieren, wie man dabei vorgeht (Sesamstrassen-Prinzip).

Grundsätzlich scheint mir der Ablauf alles andere als kompliziert. Da sich der Ablauf bei allen Vw-Konzern-Produkten mit Frontantrieb der Ablauf im Grunde gleicht, dachte ich mir, man erstellt hier mal einen Thread, der das Procedere zusammenfasst. Ich werde mein rudimentäres Wissen preisgeben, kompetentere Schrauber (Hallo Admin) können dies ja noch ergänzen.

1. Defektes Lager indentifizieren: Auto vorn aufbocken und Rad drehen - ist in der Feder eine Vibration zu spüren, ist das entspr. Lager defekt (?).

2. Rad ab
3. Bremssattel und Scheibe ab
4. Zentralmutter Antriebswelle lösen
5. Abzieher ansetzen u. altes Lager abziehen (?)

6. Neues Lager aufpressen -- Wie mache ich dies konkret? Ausbau Federbein erforderlich? (wahrsch.). Mit ner Schraubzwinge?

Juergen

Administrator

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2

Samstag, 28. Januar 2012, 13:04

also, mit vorhandenem Spezialwerkzeug so : http://www.passatclassic.de/cms/index.ph…hselvorderachse wenn das Werkzeug nicht vorhanden ist, Federbein ausbauen und jemanden mit Presse konsultieren . Mit der Schraubzwinge ist nichts auszurichten; soviel Kraft kannst du nicht aufbringen. Ich würde dann, wenn die Radlager so günstig sind, gleich beidseitig wechseln. Erfahrungsgemäß kommt das andere Lager kurze Zeit später; oft ist auch das defekte Lager nicht so leicht zu identifizieren . Das mit der Feder habe ich noch nicht beachtet, man kann aber bei gedrehtem Rad mit einem Stethoskop (wahlweise langer Schraubenzieher) am Radlagergehäuse das recht gut hören ...

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3

Samstag, 28. Januar 2012, 14:04

Das Spezialwerkzeug ist eine feine Sache, das haben wir bei uns in der Firma auch. Dadurch bleibt einem die Demontage des Federbeins erspart. Bei einem meiner Audis ist das Ding allerdings an seine Grenzen gestossen. Da musste das Bein dann doch raus und auf die Presse. Die hat 100 Tonnen, die hat das dann geschafft. :tongue: Allerdings mit einem lauten Knall, dass ich dachte, eben ist irgendwas geplatzt. Dem war nicht so, lediglich das Lager hat sich aus seiner angestammten Position bewegt.
Auch ich wechsele beide Seiten immer zusammen.
Die Diagnose bei aufgebockten, ergo entlasteten Fzg. funktioniert nicht immer. Besser ist das Fahren mit angespannten Ohren und dann Kurven fahren. Das bei Belastung brummende Lager ist dann hin.

Adios
Michael

4

Samstag, 28. Januar 2012, 14:52

Dass man durch Kurvenfahren das defekte Lager identifizieren kann, ist mir auch bekannt u. funktioniert (bei gutem Ohr) auch.

Dass wir uns nicht falsch verstehen: Die Lager sind z.T. sehr (verdächtig) günstig. Auf der anderen Seite sind die Lager bereits einmal gewechselt worden u. zumindest das eine hat jetzt nicht mal 40tkm gehalten. Und der Wagen hat im Moment wirklich jeden Monat (!) etwas anderes. So überzeugt ich von der Idee der Nachhaltigkeit bin (für die Herstellung eines Pkw wird mehr Energie aufgewandt als während seiner ganzen Lebensdauer), der beschriebene Zustand gefällt mir garnicht, zumal kein Ende abzusehen ist.
Der Wagen hat noch 16 Monate HU u. zumindest solange wollte ich ihn eigentlich nutzen. Nur so ein mahlendes Lager macht einen wirklich "ramdösig" u. verleidet einem/mir schon jeden Gedanken an eine anstehende Fahrt. Die Geräuschkulisse ist aber noch dezent, d.h. ich gehe nicht davon aus, dass das Lager bei nächster Gelegenheit platzen wird.

Zurück zum Thema: Den Gebrauch eines Abziehers traue ich mir zu, aber eine entspr. Presse habe ich nicht greifbar. Sollte aber nicht das Problem sein, einen Ansprechpartner zu finden.

@Michael: Meines Wissens hast du ja auch einen Audi C4. Meiner hat jetzt 190tkm gelaufen u. nach Bauchgefühl ist der Wagen "auf". Reparabel ist natürlich alles, aber es entwickelt sich zum Permanentzustand. Bist du darüber schon hinweg?

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5

Samstag, 28. Januar 2012, 22:56

@Michael: Meines Wissens hast du ja auch einen Audi C4. Meiner hat jetzt 190tkm gelaufen u. nach Bauchgefühl ist der Wagen "auf". Reparabel ist natürlich alles, aber es entwickelt sich zum Permanentzustand. Bist du darüber schon hinweg?

Moin !
Ich melde mich mal mit meinen Erfahrungen meines Golf II GT (33000 - 346000km von 8/1997 bis heute) zu Wort.
So zwischen 180 und 230 TKM war bei mir einiges zu tun...
Kopfdichtung, Scheiben+Beläge rundum, Lichtmaschine, Radlager, Antriebswellengelenke, Kat, Kurbelwellensimmerring, Stoßdämpfer v+h
Seitdem ists wieder etwas ruhiger geworden.
Bei 280TKm dann war die Servolenkung undicht, Bei 330TKm letzten Sommer, Lenkmanschetten, Spurstangenköpfe, Traggelenke, Querlenker, Handbremsseile
Naja ab und an dann nen Riemen, Motorlager vorn, Auspuff, alle 7-8 Jahre neue Bremssättel hinten....
Neuer Kühler, Kühlventilator + 2te Austauschlichtmaschine im Herbst
Jetzt letztes Wochenende dann die Spritvorförderpumpe...
Man muß halt am Ball bleiben ;-)

Gruß Klaus

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6

Sonntag, 29. Januar 2012, 17:41

Gerade vor ein paar Tagen habe ich in der Bucht ein "Ruville"-Lager für meinen 32er geschossen. Das hat mich inkl. Versand unter 20€ gekostet. OK, ein "SKF"-Lager wäre mir lieber gewesen, die "Ruville" sind aber auch nicht schlecht. Solche Angebote findet man immer wieder.

Mein C4 läuft übrigens relativ problemlos. Wenn da hier und da mal was zu reparieren ist, mache ich mir darüber keinerlei Gedanken. So frisch isser ja auch nicht mehr...

Adios
Michael

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7

Montag, 30. Januar 2012, 16:30

Nachdem ich neulich gerade zwei vordere Radlager gewechselt habe, kann ich zumindest den gefühlten Eindruck zwischen gut und günstig beschreiben.

Da ich ja neulich die Federbeine für die Varinette überholt habe, hab ich natürlich auch neue Lager eingesetzt. Ein SKF hatte ich noch im Lager, als zweites hab ich eines bei KFZTeile24 mitbestellt. Ich weiß nicht wie es im betrieb laufen wird, aber das SKF wirkte deutlich wertiger.
Das Auspresswerkzeug, das Jürgen beschrieben hat, kann ich nur wärmstens empfehlen, selbst bei ausgebauten Federbeinen fast so gut wie eine Presse (nur daß man nicht zum Nachbar rüber muß).



Gruß Urs

8

Montag, 30. Januar 2012, 20:28

Ja ich hab mit ja jetzt auch zwei für den Vari von FAG gekauft und nicht die 20 € Dinger aus der Bucht.
Ich möchte da auch nicht unbedingt alle 2 jahre die Dinger tauschen, wenn die FAG jetzt 20 Jahre halten und oder 200000 km dann ist das i. O.

Grüße
Heiner
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9

Dienstag, 31. Januar 2012, 12:15

wenn die FAG jetzt 20 Jahre halten und oder 200000 km dann ist das i. O.

Witz des Jahres ! :D :D :D
Eve was here...

Ein gleichmäßiger Zündabstand von 144° bei einem Kurbelwellenkröpfungsversatz von 72° samt Zündfolge 1-2-4-5-3 nehmen dem Fünfzylinder auch bei hohen Drehzahlen die Geburtsfehler ungünstiger Massenmomente und taumelnden Schwingungsverhaltens. Sie geben ihm jenen sonoren Stakkato-Klang, der Gänsehaut erzeugt. Man nennt diesen Klang auch quattrophonie.

10

Dienstag, 31. Januar 2012, 15:06

wieso ?(
Die Erstausrüstungslager schaffen auch teilweise 28 Jahre und über 300.000 km..
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11

Dienstag, 31. Januar 2012, 19:09

Woher willst du wissen dass das noch die 1. sind?

Denk eher dass 100tkm realistischer sind.

12

Dienstag, 31. Januar 2012, 21:33

Hallo Seewolf,

dieErstausrüsterqulität hielt beim Audi ziemlich genau 130tkm (fast nur BAB). In dem Kontext habe ich damals mal mit nem Ingenieur unterhalten, der bei der Marke mit der Pflaume arbeitet. Er meinte, bei Radlagern gäbe es keine verschiedenen Haltbarkeitsstufen, sondern allgemein werde eine Lebensdauer von 100-130tkm angesetzt, dies unabhängig vom Hersteller und von der Fahrzeugklasse.

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Mittwoch, 1. Februar 2012, 18:23

Danke für die vielen Antworten. Dieses Abzieher-Set scheint ne feine Sache zu sein u. offenbar nicht mal teuer. Wird wohl eine der nächsten Anschaffungen sein. Danke für den Tipp.

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